BEGRIFFE
- einige Erläuterungen -
| Der Sensei: "Sensei" (jap. früher geboren) bedeutet "Meister" oder "Lehrer". In Japan wird dieses Wort als ehrende Anrede für höher gestellte Personen benutzt, aber auch für Vorgesetzte im Beruf. Es kann allein stehen oder als Suffix an den Familiennamen angehängt werden: so z. B. "Nishiyama-Sensei". Üblicherweise wird im Japanischen ein Sensei mit der Höflichkeitssprache 'Keigo' angesprochen, während ein Schüler sich selber verbal unterwürfig zeigt und 'Kenjogo' verwendet. "Sen" bedeutet vorher, zuerst, früher, vorangehen, Vorfahren, aber auch die Zahl 1000 und noch mehrere andere Begriffe. "Sei" heißt Leben, Geburt oder gelebt, geboren und ungefähr 21 andere Bedeutungen. Der Begriff Sensei wird auch im Bereich des Budo/Bujutsu (japanische Kampfkünste) für einen Lehrenden / eine Lehrende benutzt. Im engeren Sinn bedeutet die Bezeichnung "Lehrer des Weges" (Do). Diesen Titel tragen normalerweise nur die Träger eines schwarzen Gürtels. In modernen Sport-Dojos spricht man eher vom "Trainer" oder "Übungsleiter", da sich die Lehre eher auf die Ausbildung im technischen Bereich bezieht. Für diese Tätigkeit, die oft auch schon von Kyu-Graden ausgeübt wird, wird häufig der japanische Ausdruck "Sempai" ("der Ältere", "der Erfahrene") benutzt. |
| Der Sempai: "Sempai" ist der japanische Begriff für jemanden, der länger bei einer Organisation ist als man selbst. Dies hat Vorrang vor dem Lebensalter: Ein 24-jähriger, der im zweiten Jahr in einer Firma arbeitet, ist der Sempai eines 25-jährigen, der gerade anfängt. Das Gegenteil von Sempai ist Kohai. Diese Begriffe werden überall verwendet, wo Japaner in hierarchischen Gruppen zusammenkommen, also in der Schule, an der Universität, innerhalb der Abteilung einer Firma und im Sportverein. Sempai- Kohai- Beziehung: Die Sempai-Kohai-Beziehung überträgt dem Sempai die Aufgabe, ähnlich wie unter Geschwistern, den Kohai anzuleiten, gegebenenfalls in Schutz zu nehmen und sich um sein Wohl zu kümmern. Den Neulingen gibt er Orientierung und Ratschläge, übt eine Vorbildfunktion aus und übernimmt Verantwortung für seinen oder seine Kohai. Der Kohai kann sich auf die Hilfe des Sempai verlassen, dem er dadurch Respekt und einen gewissen Gehorsam schuldig ist. Sempai als Begriff in denKampfsportarten: Im Budo bezeichnet man mit Sempai einen älteren Schüler. Hierbei spielen weder Lebensalter noch Graduierung innerhalb einer Kampfkunst eine Rolle, sondern man rechnet das Alter ab Beginn der Ausbildung in einer Kampfkunst. Das Wort beschreibt eine subjektive Perspektive: Mitschüler, die vor oder gleichzeitig mit dem Schüler ihre Ausbildung begonnen haben werden von diesem mit Sempai bezeichnet, jüngere dagegen mit Kohai. Ein Sempai hat im Budo eine große Vorbildfunktion und sollte den jüngeren Mitschülern immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, selbige aber auch nie aufdrängen. Anrede: Die Bezeichnung wird etwa ab der Mittelschule als Anrede verwendet. Wie bei der japanischen Anrede üblich, wird nur das Wort Sempai selbst verwendet, selten eine Kombination aus Nachname + Sempai wie unter Erwachsenen oder beim Sensei. Im Budo bzw. Kampfsport ist der Begriff jedoch auch außerhalb Japans gebräuchlich. |