KARATE




- der Weg der leeren Hand -

Der Leitsatz von O-Sensei Funakoshi Gichin:

Nicht Sieg oder Niederlage ist das höchste Ziel,
sondern die Vervollkommnung des eigenen Charakters


Hinweis:
Aufgrund der großen Bandbreite, gehen wir nachfolgend nur kurz auf einzelne Bereiche des Karate
ein, da der Umfang die Seiten sprengen würde. Weitere Informationen könnt Ihr in den einschlägigen
Lektüren der Verlage, des DKV, oder z.B.: Im "Lexikon der Kampfkünste" von Werner Lind, nachlesen.

Zu Karate:

Karate heisst eigentlich "leere Hand" und ist eine waffenlose Art der Selbstverteidigung.
Es ist eine Zweikampfsportart, bei der man mit Händen und Füßen Schlag-, Stoß- und
Tritttechniken anwendet. Ziel ist es auch die Konzentrationsfähigkeit sowie die allgemeine
körperliche und geistige Fitness zu erhöhen.
Zum Karate gehören, wie bei anderen fernöstlichen Kampfsportarten auch, die Aspekte
der Disziplin, des Respekts und der Philosophie.
Man unterscheidet im Shotokan-Stil zwei Formen von Karate:

  • Angriffe werden vor dem Körper abgestoppt (Sun Dome).
  • leichte Schläge u. Stöße gegen den Körper sind erlaubt (Semi Kontakt).
Nur beim Vollkontaktkarate wird mit ganzer Härte zugeschlagen.

Eine Trainingshalle oder -raum für Karate nennt man Dojo, die Trainingsbekleidung wird als GI
bezeichnet und ist Weiß.


Zur Geschichte:

Von China über Okinawa nach Japan.


Karate entstand etwa 500 v. Chr. in China. Als im 15. Jahrhundert auf der Insel Okinawa
(wörtl.: Tau im offenen Meer) im südwestlichen Teil Japans, das Tragen von Waffen verboten
wurde, wurden den waffenlosen Arten der Selbstverteidigung ein besonderes Interesse entgegen-
gebracht. So wurde im 16 Jahrhundert diese Kampfkunst zum Okinawa Te weiterentwickelt.

Karate bestand früher nur aus KATA (Form) in der die Kampfabläufe verpackt wurden, sodass
niemand der Außenstehenden erkennen konnte um was es eigentlich ging.

Da Karate damals nicht öffentlich gelehrt wurde und während der 250- jährigen Besatzung
Okinawas durch die Satsuma -Samurai sogar unter Anwendung der Todesstrafe verboten war,
verpackten die Okinawaner unter Geheimhaltung die Techniken in bestimmte Ablaufformen
"Kata", sodass die Besatzer annahmen, es wären Tänze wie der einheimische Tanz ODORI.

Später wurden die Kata für den Unterricht in Grundformen = Grundschule zerlegt um diese
an den Schulen für die körperliche Ertüchtigung zu nutzen.
Das beste Beispiel ist die Kata "KANKUDAI", aus der die 5 Heian Katas mit entsprechenden
Einzeltechniken als Grundschule (KIHON) entwickelt wurden.

Die moderne Form des Karate begründete der aus Okinawa stammende Gichin Funakoshi,
der in Japan in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts für die Verbreitung dieser Kunst sorgte.

In der Folgezeit verbreitete sich durch die Japaner diese Sportart weltweit. Seit 1957 auch
in der Bundesrepublik. Seit 1966 gibt es deutsche Meisterschaften. Der Dachverband ist
der Deutsche Karate-Verband (DKV) gegründet 1976. Der internationale Verband ist die
World Union of Karatedo (WUKO) gegründet 1970, mit Sitz in Tokio.

Nach der weltweiten Verbreitung und Versportlichung durch die Japaner, in der sich bis heute
das Sportkarate (KUMITE) immer mehr entwickelte und seinen Platz fand, besinnen sich doch
einige Karateka wieder auf die Ursprünge des Karate und folgen den Meistern, die auch den
traditionellen Weg - "KARATE DO" - unterrichten.


Zu den Techniken:

Karate ist mit Judo u. Jiu-Jitsu verwand. Es wird jedoch größerer Wert auf Schlagtechniken
einschließlich Fußtechniken, als auf Festhalten oder Werfen des Gegners, gelegt.
Man unterscheidet: Techniken (deutsch) Techniken (japanisch)
  Angriffe mit dem Arm Ude-Waza
  Stoßtechniken mit der Faust Tsuki-Waza
  Schlagtechniken Uchi-Waza
  Angriffe mit dem Bein Ashi-Waza
  Tritt-Techniken Keri (z. B.: Mae-geri)
  Blocktechniken Uke-Waza
  mit dem Arm Ude-Uke-Waza
  mit dem Bein Ashi-Uke-Waza
Das Wissen um die verwundbarsten Stellen des menschlichen Körpers, die mit Händen,
Ellenbogen, Knie oder Füßen angegriffen werden können, ist bei Karate besonders wichtig.

Zu diesen Stellen gehören ebenfalls über 60 verschiedene Atemipunkte des Körpers.
Diese Kenntnisse werden jedoch erst nach langen Jahren des Fortschritts im Karate - Do,
nur von Meister zu Meisterschüler weitergegeben.


Leistungsgrade:

Im Karate gibt es verschiedene Leistungsgrade, die durch die Farbe des Gürtels (Obi) angezeigt
werden. Man unterscheidet Kyu-Grade und Dan-Grade.

Die Stufen der Kyu-Grade (Schülergrade) sind:

    9. Kyu = Weißgurt
    8. Kyu = Gelbgurt
    7. Kyu = Orangegurt
    6. Kyu = Grüngurt
    5. Kyu = Blau- / Violettgurt
    4. Kyu = Blau- / Violettgurt
    3. Kyu = Braungurt
    2. Kyu = Braungurt
    1. Kyu = Braungurt
Die Stufen der Dan-Grade (Meistergrade) gehen vom 1. - 10. Dan, und haben den schwarzen
Gürtel. Die höchsten Stufen, Dan-Grad 9 und 10, werden ab dem 9. Dan ehrenhalber verliehen,
wobei der 10. Dan auch noch als große Ehrerbietung, posthum verliehen werden kann.
KANAZAWA Sensei ist momentan der einzige Meister unseres Stils, der schon zu Lebzeiten
den 10. DAN erhalten hat.
Bei älteren Meistern sieht man durch das lange Tragen des Gürtels, dass dieser im Laufe der Jahre
wieder Weiß geworden ist.
Dies bedeutet in der Weglehre des Karate (DO), dass sich der Kreis geschlossen hat.



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Stand: 23.08.2009